Resilienz Coaching: Warum „stark sein“ allein nicht reicht

Veröffentlicht am 17. April 2026 um 17:22

Hast du dich jemals gefragt, warum manche Menschen Krisen scheinbar mühelos wegstecken, während andere daran zerbrechen? In der Welt des Resilienz-Coachings wird oft von einer geheimnisvollen inneren Widerstandskraft gesprochen. Doch was ist Resilienz wirklich – und wo liegen die gefährlichen Mythen dieses Konzepts?

 

In meinem neuesten Beitrag für den Sober Division Podcast spreche ich darüber, wie ich eigentlich zum Thema Resilienz gekommen bin und warum wir dringend einen systemischen Blick darauf brauchen.

 

Was ist Resilienz? Definition und häufige Missverständnisse

 

Resilienz wird oft als die Fähigkeit definiert, nach Rückschlägen wie ein „Gummiball“ in die Ursprungsform zurückzuspringen.
Wäre ja eine wünschenswerte Eigenschaft, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht:

Resilienz ist kein starrer Schutzschild, an dem alles abperlt.

  • Es ist ein Prozess: Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern ein dynamischer Prozess, den man durch gezieltes Training und Reflexion entwickeln kann (ein bisschen wie ein Muskel).

  • Kein „Dauer-Lächeln“: Resilienz bedeutet nicht, negative Emotionen zu unterdrücken. Es geht um die Fähigkeit zur Selbstregulation und darum, trotz Widrigkeiten handlungsfähig zu bleiben.

 

 

Die Gefahr der Individualisierung: Warum Resilienz systemisch sein muss

 

Ein kritischer Punkt, den ich auch im Coaching immer wieder betone:

Resilienz darf nicht dazu missbraucht werden, die gesamte Verantwortung auf das Individuum abzuwälzen!

Wenn Unternehmen oder die Gesellschaft fordern, man müsse nur „resilienter werden“, um in einem ungesunden System zu funktionieren, ist das eine gefährliche Verschiebung der Verantwortung.

Systemische Resilienz bedeutet zu fragen: Welche Strukturen machen uns krank? Wahre Widerstandskraft entsteht im Zusammenspiel zwischen der Person und ihrem Umfeld (Schutzfaktoren wie soziale Unterstützung).

 

Mein Weg zum Resilienz-Coaching bei Sober Division

Für mich war der Weg in diesen Bereich eng mit meiner eigenen Geschichte und der Arbeit an der Suchtprävention verbunden. In der Suchtentwöhnung ist Resilienz eine von vielen Säulen, um bei Triggern neue Handlungsspielräume zu entdecken, statt in alte Muster zu verfallen. 

Doch nicht nur im Suchtbereich spielt Resilienz eine Rolle - wir alle brauchen sie und wir alle haben sie. Sie ist nur nicht bei jedem auf die gleiche Weise trainiert.


Jeder wird in seinem Leben Krisen durchmachen. Wäre es da nicht gut, darauf vorbereitet zu sein, so dass man weiß, dass man sie bewältigen können wird?

 

Tipps für deine psychische Widerstandsfähigkeit:

  1. Soziale Netzwerke pflegen: Unterstützung von außen ist einer der stärksten Resilienzfaktoren.

  2. Selbstfürsorge als Wartung: Betrachte Erholung nicht als Notfallplan, sondern als regelmäßige Pflege deines „humanen Motors“.

  3. Grenzen setzen: Resilienz bedeutet auch, „Nein“ zu sagen, wenn Systeme dich überfordern.

Höre gern in die neue Folge des Sober Division Podcasts rein, um mehr über die systemische Betrachtung von Resilienz zu erfahren.